Hotels & Ferienwohnungen Gutach im Schwarzwald
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Heimat des Bollenhutes
Frauen mit Tracht und Bollenhut, malerische Bauernhöfe mit strohbedeckten Walmdächern, idyllische Wald- und Wiesentäler, Kuckucksuhren und uralte Handwerkstradition: Überall ist das Klischee vom Schwarzwald ein Klischee - auch in den übrigen Schwarzwaldregionen - nur in Gutach nicht. Da ist es schlichte Realität.
In Gutach entstanden nicht einfach vom Schwarzwald, sondern Urbilder einer noch heilen Welt, einer noch ursprünglichen Kultur, einer naturnahen Gesellschaft außerhalb des Zugriffs der Industrialisierung. Das war Marketing in Öl und Leinwand, eine Kampagne über viele Jahre, tausendmal multipliziert und jedes Mal ein Unikat. So wurde die internationale Marke Schwarzwald geboren.
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Seit dem frühen 19. Jahrhundert kamen Künstler in das Gutachtal: Schriftsteller, später Fotografen und vor allem Maler. Ihre Werke sind ein einhelliges Lob der Landschaft mit den markanten Bauernhäusern und der schmucken Tracht mit dem Bollenhut. 1880 kam ein junger Maler nach Gutach, der nach Motiven für Buchillustrationen suchte: Wilhelm Hasemann, 1850 in Mühlberg an der Elbe geboren.
Er wurde nicht nur fündig, sondern war von Land und Leuten so begeistert, dass er zunächst zeitweise und ab 1889 bis zu seinem Tode 1913 in Gutach als hoch geachteter Mitbürger lebte und arbeitete. Sein Weg zum berühmten Schwarzwaldmaler führte von der Schlosser- und Mechanikerlehre im väterlichen Betrieb in Mühlberg über das Studium an der Akademie in Berlin und an den Kunstschulen in Weimar und Karlsruhe.
Dass die Gutacher Wilhelm Hasemann schon 1888 das Ehrenbürgerrecht verliehen, spricht für ihn als Künstler und geschätzten Mitbürger, dem der Ort in kurzer Zeit einen hohen Bekanntheitsgrad verdankte.
1894 kam Curt Liebich, ebenfalls Kunstmaler, erstmals nach Gutach. Auch erließ sich hier nieder und machte mit seinem umfangreichen Werk das Tal und den ganzen mittleren Schwarzwald bekannt. Liebich, 1868 in Wesel am Niederrhein geboren, studierte in Dresden, Berlin und Weimar.
Das künstlerische Feld Hasemanns und Liebichs war breit angelegt: Ölmalerei, Buchillustrationen, Zeichnungen, Werbegrafik, künstlerisch hochwertige Postkarten und bei Liebich als Krönung seines Schaffens das bildhauerische Werk mit zahlreichen Kriegerdenkmälern, worunter das Gutacher Denkmal mit der trauernden Frau in Tracht eine Sonderstellung einnimmt.
Hasemann und Liebich zogen in ihr Gutacher Wirkungsfeld viele andere Künstlerkollegen, die kürzer oder länger hier weilten, so dass mit der Zeit von der "Gutacher Malerkolonie" gesprochen wurde. Weit über hundert Namen von Künstlern sind inzwischen bekannt, darunter so bedeutende wie Max und Viktor Roman, Ernst Kielwein, Friedrich Kallmorgen, Gustav Schönleber, Fritz Reiß, Heinrich Lukas und Ludwig Des Coudres.
Eine Brücke von der frühen Gutacher Malerkolonie zu den Malern der neueren Zeit war der Hausacher Malerpoet Eugen Falk-Breitenbach. Er organisierte gemeinsam mit Inge Ringwald-Engelhardt, die seit Jahrzehnten in Gutach lebt und wirkt, Ausstellungen, in denen das künstlerische Erbe der frühen Gutacher Maler fortlebt und die Arbeit der gegenwärtigen Künstler einbezogen wird. Diese Ausstellungstradition setzen die Mitglieder der heutigen Gutacher Malerkolonie fort.
Ansgar Barth
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